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Teeanbau und -produktion

Der Teestrauch

Tee, ein Baumgewächs, wird für die Teekultur durch regelmäßiges Zurückschneiden buschartig gehalten. Der Teebaum gehört zur Gattung der Kamelie, hat immergrüne, dunkle,gezahnte lederartige Blätter.Seine Blüte ist weiß bis rosa und entwickelt sich zu einer kleinen haselnußartigen Frucht mit harter Schale.In modernen Teeplanta -
gen geschieht die Vermehrung heute vegetativ, ohne Samen.Von ertragreichen Mut-
terbüschen werdenStecklinge gezogen, die nach 3 Jahren erstmalig geerntet werdenkönnen.Die Stammpflanze der Tees : Thea sinensis und Thea assamica. Die Thea assamica ist ein echtes Tropengewächs, das viel Wärme benötigt. Der Strauch kann 12 - 15 m hoch werden,wenn man ihn nicht zurückschneiden würde, die Blätter sind 10 - 12 cm lang. Die Varietät Thea sinensis ist widerstandsfähiger, verträgt auch Frost und wird unbeschnitten 4 - 6 m hoch, das Blatt ist 5 - 8 cm lang. Zur Her -
stellung von grünem Tee eignet sich das kleinere Blatt besser, da es einen milderen,nicht so herben Geschmack ergibt.

Anbau und Produktion

Zum optimalen Wachstum braucht die Teepflanze ausreichend Wasser und viel Son-ne. Genau wie bei den „ Rebensäften „ werden Güte und Aroma des Tees durch Pflanze, Anbaugebiet, Bodenbeschaffenheit, Klima,Lage, Erntezeit und Verarbeitung bestimmt. In Höhenlagen sind 15, in den Niederungen bis zu 30 Pflückungen im Jahr möglich. Tee in höheren Lagen wächst langsamer und entwickelt einen feinen, aro-
matischen Charakter. Das Pflücken erfordert viel Sorgfalt und wird meistens von Frauen ausgeführt. Eine Pflückerin erntet durchschnittlich 16 - 24 kg Teeblätter, das entspricht ca 4 - 6 kg fertigem Tee.

Aufbereitung von Tees

Im Gegensatz zu Kaffee, der als Rohkaffee eingeführt wird und erst im Verbraucher-land durch Verlesen und Rösten seine endgültige Gestalt erhält, wird der Tee be-
reits im Ursprungsland aufbereitet und als fertige Teesorte exportiert.

Produktion von Grüntee

Es gibt verschiedene Arten Grüntee herzustellen. Grundsätzlich beruht das Prinzip der Herstellung dieser Teesorte in der raschen Inaktivierung der pflanzeneigenen Enzyme, um den natürlichen Fermentationsprozeß, der die Blätter sonst schwarz färbt, zu verhindern. Dies erreicht man durch Hitzeeinwirkung, dem sogenannten Blanchieren, unmittelbar vor dem Welkvorgang. In China ist es üblich, die Blätter in flachen, eisernen Pfannen oder Trommeln und mit trockener Hitze zu behandeln. In Japan bevorzugt man die Dampferhitzung. Nach dem Erhitzen oder Dämpfen werden die Blätter gerollt und dann sofort getrocknet.

Produktion von Schwarztee

Nach dem Pflücken wird die Teeblatt - Ernte in der Fabrik auf Welkkrögen verteilt und zwar so lange, bis sie mit Hilfe von Kalt - und Warmluftventilatoren nur noch 70 % Feuchtigkeit enthält. Danach kommen Blätter, die zu Schwarztee verarbeitet werden sollen, in die Rollmaschine, hier brechen die Blattzellen auf. So kommt der wertvolle Zellsaft mit Sauerstoff in Verbindung und für die Fermentation beginnt ein Oxidationsprozeß. Langsam färbt sich das getrocknete Blatt rotbraun, gleichzeitig entwickeln sich dadurch die jeweiligen aromagebenden Bestandteile, die später dann den Geschmack des Tees ausmachen. Nach der Fermentation wird das Blattgut bis zu 6 % seiner Feuchtigkeit verloren haben und erhält seine dunkle Farbe.
Bevor der Tee in die Versandkisten kommt ( innerhalb von 24 Stunden 9), wird er maschinell und von Hand in verschiedene Blattgrade sortiert, z.B. ganzes Blatt, Broken, Fannings und Dust.

Produktion von Oolong

Ein besonderes Geschmackserlebnis ist der aus Formosa / Taiwan und China stammende Oolong Tee. Er wird als halbfermentierter Tee bezeichnet, d.h., bei seiner Herstellung fermentieren die Blätter nur am Rand ( trocknen leicht aus ), die Mitte ist oft noch grün. Das Oolong - Blatt ist meistens grober, als für andere Tees gedachte Blätter. Oolong bedeutet im Chinesischen = schwarzer Drache =.

Produktion von Rooibos - Tee

Rooibos, auch Massei oder Rotbuschtee genannt, ist das Nationalgetränk der Südafrikaner und erfreut sich nun auch in Europa großer Beliebtheit. Der Rooibos ist ein naher Verwandter des Ginsters, wächst rund um`s Cedergebirge bei Kapstadt auf großen Flächen. Als Strauch wird er ca 2 m hoch und hat 1-1,5 cm große Blätter, die an Kiefernadeln erinnern. Gegen Ende des südafrikanischen Sommers ( in Europa Januar bis März ) beginnt die Ernte, ca 35 cm über dem Erdboden wird mit einer Sichel der Strauch geschnitten, in Rollmaschinen gequetscht und dann aufgeschichtet. 24 Stunden bleiben die Blätter liegen, sodaß dadurch die Fermentation entstehen kann. Die Blätter verfärben sich in`s Rotbraune, gleichzeitig entstehen die Aromastoffe. Anschließend läßt man die kleinen Blätter in der Sonne trocknen und befreit sie von Verunreinigungen. Rooibos ist gesund, enthält Gerbstoffe, viel Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Sein Aroma ist angenehm herb, aber nicht bitter. Da er kein Coffein enthält, ist er eine wohlschmeckende Alternative für Teetrinker, die auf Coffein reagieren - ein ideales Familiengetränk.