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Kaffeegeschichte

Um die Entdeckung des Kaffees haben sich viele phantasievolle Sagen gebildet, die den Kaffee schon in seiner Urgeschichte als segenbringendes Getränk schildern. Was liegt näher, als die Bibel als erstes Zeugnis anzuführen, in der vielfach geröstetes Korn erwähnt wird und von vielen als erste Belege für die Erwähnung von Kaffee angesehen werden. Die älteste überlieferte Sage läßt Mohammed selbst als Verkünder des Kaffees in Erscheinung treten, da er einst im Krankenbett vom Engel Gabriel einen Trank, schwarz wie die Kaaba in Mekka eingeflößt bekam und tatsächlich ließ "quahwa", "Der Aufregende" Mohammed zu jugendlicher Kraft genesen.Fest steht, daß das Ursprungsland des Kaffeebaums Äthiopien ist, wo er schon im 9. Jahrhundert erwähnt wurde (Kaffa). Von dort aus wurde er entweder durch Pilger oder Einwanderer nach Arabien gebracht. Der Kaffee, erstmals genutzt, wurde hier in Arabien als strenges Geheimnis gehütet und die Ausfuhr strengstens untersagt. Erst um das Jahr 1600 wurde der Kaffee dann von den Holländern und Portugiesen nach Ceylon gebracht. In der gleichen Zeitepoche führte ein Pilger namens Baba Budan die Samen des Kaffeebaumes nach Indien aus, von wo die Pflanze den Weg nach Java fand. Die Wanderschaft des Kaffees war nun sichergestellt. Zunächst gelangte der Kaffee in die Treibhäuser von Amsterdam, von wo aus er auch bald in andere europäische Glashäuser Einzug hielt. Die bekannteste Geschichte ist diejenige um den französichen Kapitän Gabriel Mathieu de Clieu, der unter schwierigen Umständen in den Besitz einer Zuchtpflanze kam und diese auf abenteuerliche Weise nach der Insel Martinique ausführte. Dort angekommen pflanzte er das Pflänzchen in seinen Garten und begann nach dem ersten Tragen der Früchte mit seinen Kulturen. Diese Anlagen bildeten den Ursprung des Kaffeeanbaus in den französischen Kolonien und dann überhaupt in Süd- und Zentralamerika. Fünfzig Jahre später, 1777 waren aus der Mutterpflanze auf der Insel Martinique insgesamt 18 Millionen Kaffeebäume hervorgegangen.
Die Verbreitung des Kaffeegetränks hängt eng zusammen mit der Ausbreitung des Islams über Nordafrika und den Süden Europas sowie Südostasiens. Die ersten Kaffeehäuser treffen wir deshalb schon im 15. Jahrhundert in Mekka.1554 wurde das erste Kaffeehaus in Konstantinopel eröffnet und damit hatte der Kaffee in Vorderasien Einzug gehalten. In Europa war er jedoch weiterhin völlig unbekannt. Erst 1645 wurde in Venedig, das den Kaffee bereits seit 1615 kannte, und damit der erste christliche Stützpunkt des Kaffees war, das erste Kaffeehaus Europas eröffnet. Die weitere Ausbreitung führte zu Widerständen bei christlichen Fanatikern, die den Trank des Satans mit dem Kirchenbann belegen wollten, doch statt dessen wurde der "köstliche Trank" - vom Papst selbst so genannt - mit dem päpstlichen Segen bestärkt. In ganz Italien dehnten sich die Kaffeehäuser weit aus und dieses Land kann deshalb die Ehre beanspruchen, der westlichen Welt das eigentliche Kaffeehaus gegeben zu haben. Weitere Kaffeehäuser wurden in London (1652), Marseille (1659), Amsterdam (1663), Paris (1675), Hamburg (1679), Wien (1683), Leipzig (1694), Stuttgart (1712) und Berlin (1721) eröffnet. Obwohl Wien eigentlich erst recht spät in den Genuß von Kaffee kam, wird diese Stadt oft als Mutter der Kaffeehäuser bezeichnet, da hier ein Typ entstanden ist, der alle Kaffeehäuser gemütlich und attraktiv erscheinen läßt.