Kaffeeanbau
Die Anbauzone des Kaffees liegt zwischen dem 23. Grad nördlicher und dem 25. Grad südlicher Breite. Dieser Bereich wird oft als "Kaffeegürtel" bezeichnet, der sich um den gesamten Erdball erstreckt. Zur Aussaat kommen sogenannte "Pergaminos", die in vorbereitete Saatbeete gesteckt werden. Wenn die Setzlinge eine Höhe von ca. 40 cm erreicht haben (meistens nach ca. einem halben Jahr), werden sie in die Plantage versetzt. Ab dem dritten Lebensjahr zeigt sich das Kaffeebäumchen in Blüte und ungefähr ein Jahr später trägt es zum ersten Mal Früchte. Die Erntezeit dauert mindestens zwei Monate und ist in Brasilien, dem Hauptanbaugebiet, zwischen Mai und September. Anders ist dies in Anbaugebieten um den Äquator, wo das ganze Jahr hindurch gepflückt wird. Da nicht alle Früchte, die sogenannten Kaffeekirschen, gleichzeitig tiefrot und reif sind, muß die Lese mehrfach wiederholt werden. Zumeist ist die Kaffee-Ernte deshalb auch Handarbeit. Die gepflückten Kirschen kommen zur weiteren Aufbereitung in die Fazenda. Dort werden die Kaffeebohnen auf zwei Methoden von Ihrer Hülle befreit: Beim Trockenverfahren werden die ungewaschenen Kaffeekirschen auf riesigen Trockenplätzen ausgebreitet und zwei bis drei Wochen lang ständig gewendet, bis sie von der Sonne gleichmäßig getrocknet sind. Anschliessend werden die Früchte in Spezialmaschinen geschält. Übrig bleibt der Rohkaffee. Das Nassverfahren beginnt damit, daß die Kaffeekirschen zuerst in Quelltanks gelangen. Im sogenannten Pulper wird der Großteil des Fruchtfleisches maschinell abgequetscht. Danach wird das restliche Fruchtfleisch zum Gären gebracht (Fermentation). Die Bohnen werden nochmals gewässert und das Silberhäutchen entfernt. Danach wird der Rohkaffee nach Größe sortiert und verlesen. Nun steht noch eine dreiwöchige Schiffsreise an, bevor er in Europa weiterverarbeitet werden kann.
